Uni-Start in Innsbruck: eine Bedienungsanleitung für Erstsemestrige

Uni-Start in Innsbruck: eine Bedienungsanleitung für Erstsemestrige
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Für die meisten Erstsemestrigen gleicht der Studienbeginn an der Uni Innsbruck einer Reise in eine ferne Galaxie – Kulturschock inklusive. Wie du es schaffst, die ersten Monate im neuen Lebensabschnitt ohne Nervenzusammenbruch zu überstehen, liest du hier!

Neue Stadt, neue Wohnung, neue Gesichter: Wenn du dich für ein Studium an der Uni Innsbruck entschieden hast, musst du definitiv mit Veränderungen umgehen können. Fremdorganisation, Bequemlichkeit und elterliche Fürsorge sind Schnee von gestern. Ab sofort spielen Eigenverantwortung, Spaghetti mit Ketchup und überflüssige Bürokratie die Hauptrollen in deinem Leben.

1. Das unterschätzte Eigenleben der Bürokratie

Zunächst einmal müssen wir dir gratulieren: Du hast es geschafft, dich in einem unübersichtlichen Wirrwarr von Formularen, Bestätigungen und Zugangsdaten zumindest so weit zurecht zu finden, dass du deine Inskription auf die Reihe bekommen hast. Das ist schon die halbe Miete, ehrlich! Sei stolz auf dich, nicht alle schaffen das. Vermutlich hast du im Vorfeld bereits viele Stunden am PC (oder am Mac) verbracht, dich eingelesen und am Telefon Bekanntschaft mit den sympathischsten Sekretärinnen der Stadt machen dürfen. Mach dir keine Illusionen. Das Bürokratie-Chaos ist damit nicht vorbei. Viel schlimmer: Es entwickelt noch vor dem ersten Vorlesungsbesuch ein Eigenleben und wird dich bis zu deinem Abschluss erbarmungslos verfolgen.

Gemeinsam ist man weniger verloren

Gemeinsam ist man weniger verloren

2. Die Sache mit dem Ernst

Nächster Schritt: Der Ernst des Lebens. Spätestens jetzt bekommst du das Erwachsensein am eigenen Leib zu spüren. Du bist für dich und alles, was du tust, verantwortlich (das inkludiert auch den Umgang mit der Snooze-Taste deines Weckers und die Bedienung der Klobürste). Falls du nicht längst eine überteuerte Wohnung bzw. ein fast nicht leistbares WG-Zimmer in der Alpenmetropole bezogen hast, ist es jetzt an der Zeit dafür. Keine Panik! Du wirst lernen, mit der neu gewonnenen Freiheit und mit deiner finanziellen Eingeschränktheit umzugehen. Außerdem solltest du anfangen, deine Mitbewohner (Silberfische zählen nicht) als „Familienersatz“ zu betrachten (Mami und Papi wirst du zunehmend seltener zu Gesicht bekommen). Halt dich also an die Spielregeln eurer WG, sonst bist du unten durch.

3. Der erste Tag

Wie fühlt sich nun so ein erster Tag an der Uni an? Naja. Wenn du generell zu Nervosität neigst, wirst du auch am ersten Tag am Campus ein Kribbeln im Bauch spüren. Aber das ist das kleinste Problem. Deine größte Sorge ist nämlich, ob bei deiner Kursanmeldung alles richtig gemacht hast und im System bist. Dann wirst du gefühlte 300 Mal nachsehen, ob du im richtigen Gebäude, Raum bzw. Kurs sitzt. Deine Unsicherheit wird spätestens dann auf die Spitze getrieben, wenn der oder die Vortragende 15 Minuten zu spät antanzt. So lernst du, was die berühmte „akademische Viertelstunde“ ist. Gemeinsam ist man weniger verloren: Eine gute Gelegenheit, um erste Bekanntschaften zu schließen.

4. Die erste Nacht

Der Beginn des neuen Lebensabschnittes muss gefeiert werden

Der Beginn des neuen Lebensabschnittes muss gefeiert werden

Wenn du den ersten Tag/die erste Woche überstanden hast, ist es an der Zeit, den Beginn des neuen Lebensabschnittes zu feiern. Dazu bietet dir Innsbruck unzählige Möglichkeiten. Wenn du eher schüchtern bist und Anschluss suchst (oder wenn du einfach voll abfeiern willst), raten wir dir zu einer Erstsemestrigenparty, z.B. zur Student Welcome Party am SOWI-Campus am 7. Oktober, zum ÖH Erstsemestrigenfest am 15. Oktober oder zum Semester Kick Off am 6. Oktober im Hofgarten.

Generell gut feiern lässt es sich auch im Blue Chip (Campus Club jeden Donnerstag) und in den zahlreichen Lokalen der berühmt berüchtigten Bögenmeile. Wer es lieber individueller oder gemütlicher angeht, kommt in Innsbruck auch voll auf seine Kosten. Lokale wie das Treibhaus und der Weekender-Club (Students Night am Montag) bieten regelmäßig eher große Konzerte an. Kleinere Shows mit einem unverwechselbaren Wohnzimmer-Flair gibt’s hingegen in der stets gut besuchten Bäckerei. Einfach mal gemütlich etwas trinken gehen ist auch im Hofgarten-Cafè, im Prometheus, im Moustache, im Domcafé und im Sixty Twenty (mit Karaoke) möglich.

5. Der erste Tag nach der ersten Nacht

Du hast mitten in der Woche gefeiert und musst am nächsten Tag auf die Uni?

Du hast mitten in der Woche gefeiert und musst am nächsten Tag auf die Uni?

Du hast mitten in der Woche gefeiert und musst am nächsten Tag auf die Uni? Kein Problem bzw. dein Problem: In Vorlesungen herrscht keine Anwesenheitspflicht. Außerdem interessiert sich genau niemand für deinen Kater. Leider ist genau das für viele ein Problem: Du musst selbst organisieren, wann du wo welche Lehrveranstaltung besuchst, wie oft du fehlst und wie du dir den verpassten Stoff aneignest.

Mitleid wirst du da vergeblich suchen. Was du verpasst, musst du in Eigenregie nachholen. Und das kann mitunter sehr viel sein. Wer da nicht auf ausgeklügelte Techniken im Zeitmanagement zurückgreifen kann, ist hoffnungslos verloren.

6. Es wird besser

Möglicherweise nervt dich das Studieren schon nach wenigen Wochen. Aber hey, es hat ja auch niemand behauptet, dass das ein Zuckerschlecken wird. Nur keine Panik! Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und irgendwann wird das Studium zur Gewohnheit. Die Organisation wird dir jedes Semester ein bisschen leichter fallen. Bald hast du deinen eigenen Rhythmus raus und findest die perfekte Balance zwischen Studieren und Party. Gib dem Ganzen ein bisschen Zeit – aber nicht zu lange.