Es hat sich eröffnet: Die Wintersaison in Ischgl beginnt!

Es hat sich eröffnet: Die Wintersaison in Ischgl beginnt!
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Die Wintersaison hat jetzt fast überall begonnen. Alle freuen sich. Nur ich nicht. Ich mag den Winter nicht sonderlich, zumal das Skifahren nicht meine Sache ist. Auch mit Kälte und Schnee habe ich es gar nicht mal so sehr, wie man es von einem gebürtigen Tiroler annehmen könnte. Was also tun? Richtig: Ich musste mir von Jahr zu Jahr andere Beschäftigungen suchen, um den Winter zu überstehen. In Tirol wird einem das gar nicht so schwer gemacht, wie man gemeinhin glauben könnte. Denn es gibt eine Vielzahl an Alternativen und Ausweichmöglichkeiten.Vor allem auch in Ischgl.

Mir kommt es oft so vor, als wäre das Drumherum in den Skigebieten in Tirol eigentlich nur Beiwerk. Wellness: Ja, ist schließlich in, ohne geht es nicht. Kulinarik: Ja, muss bitte schön sein. Von dem normalen Toast oder dem Schnitzel in der einen oder anderen Ski-Hütte, wo das Essen nun mal gar nicht SO wichtig ist, bis hin zu kulinarischer Extravaganz war alles erlaubt.

Ich erkläre mir das mit der Differenzierung in sich. Schließlich und endlich muss jede Zielgruppe angesprochen werden. Und unter Umständen war auch die Zielgruppe, die sich oftmals so zivilisiert und kulinarisch hochgebildet gab, nicht immer abgeneigt, wenn es um Party, Alkohol und einfache kulinarische Genüsse ging.

Es hat sich eröffnet: Die Wintersaison in Ischgl ist in vollem Gange.

Es hat sich eröffnet: Die Wintersaison in Ischgl ist in vollem Gange.

Es war also furchtbar kompliziert zu unterscheiden,wer wann warum nach Ischgl kam. Vielleicht ist es deshalb dort auch Gang und Gebe, dass sich „E“ und „U“, also ernsthafte und unterhaltende „Kultur“, manchmal sogar in ein und dem selben Hotel fand. Friedlich vereint. Wer weiß denn schon, ob die Gäste nach einem 8-Gänge Menü nicht doch noch ein bisschen trinken gehen möchten und weit unter ihrem vorgeblichen Niveau feiern möchten?

Ischgl kann viel: Von Party bis Spitzenkoch

Schließlich leben wir in einer postmodernen Welt, in der prinzipiell alles möglich geworden ist. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ganz und gar altmodisch. Vielleicht auch ein wenig zu verkopft. Aber ich kann ganz einfach nicht umschalten. Für mich gibt es nur entweder-oder. Und wenn ich mich zwischen Party in Ischgl und den kulinarischen Genüssen entscheiden muss, die gleichermaßen in Ischgl möglich sind, dann entscheide ich mich immer für die kulinarischen Genüsse. Zumal diese in Ischgl ja an fast jeder Straßenecke und besonders auch im „Trofana Royal“ lauern.

Party oder doch lieber eine SOLCHE Nachspeise? Für mich keine Frage...

Party oder doch lieber eine SOLCHE Nachspeise? Für mich keine Frage…

Dass das Hotel selbst mit ganz viel Schnee warb und die Pisten und der Schnee irgendwie auch im Mittelpunkt standen: Geschenkt. Dass die „Champagnerhütte“ gar nicht weit vom Hotel weg war, sondern mehr oder weniger um die Ecke: Egal. Ich würde all das geflissentlich ignorieren. Und stattdessen auf die Kochkünste von Martin Sieberer setzen. Auf ein bisschen Wellness, das im „Trofana Royal“ in Ischgl jetzt ja wirklich nicht zu kurz kam. Danach würde ich noch ein wenig gemütlich am Kaminfeuer sitzen und den Abend nach den kulinarischen Genüssen in der Paznaunerstubn ganz gemütlich ausklingen lassen. Der Rest konnte mir getrost gestohlen bleiben.

Kein schlechter Ort, oder?

Kein schlechter Ort, oder?

War es normal, dass ich mit Mitte 30 so dachte? Musste es mir zu denken geben, dass ich bei hoch wissenschaftlichen Tests auf Facebook immer wieder das Ergebnis bekam, dass ich innerlich eigentlich schon Mitte 40 war? Ich denke: Nein, auf keinen Fall. Und als Jazz-Hörer hat man ohnehin ein ganz anderes Verhältnis zum Alter, zumal da viele ihre wahren Meisterwerke erst in einem hohen Alter raushauen.

Sagen wir es einfach so: Ischgl kann ganz einfach beides sein. DIE Partymetropole für die Jungen und Jungebliebenen. Aber auch ein Ort der höchsten kulinarischen Genüsse, der Feinheiten und des Besonderen. Ischgl war zugleich wie Lady Gaga und Wayne Shorter. Und das macht es gerade so einzigartig.

Kurzum: der Winter konnte kommen. Ich war gerüstet. Und ich wusste jetzt bereits, was ich diesen Winter getan haben werde.