Zwei Perlen der Innsbrucker Altstadt

Zwei Perlen der Innsbrucker Altstadt
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Einkaufen in der Innsbrucker Altstadt? Ich wette, dass bei einer Befragung 90 % der Innsbrucker_innen verständnislos den Kopf schütteln würden. „Wir sind doch keine Touristen“, wäre sicher eine Antwort. Eine andere: „Das kann ich mir finanziell erst gar nicht leisten“. Ich halte dagegen und behaupte: Zwei kleine Läden sind der absolute Geheimtipp der Innsbrucker Altstadt. Sie verkaufen wunderbare Tiroler Produkte. Mit dem denkbar besten Preis/Leistungsverhältnis. Für mich sind es die Perlen der Altstadt. (Vom Goldenen Dachl und den anderen wunderbaren Gebäuden nun einmal abgesehen.)

Perle 1: Der beste Speck auf 5,77 Quadratmeter

Umdrehen? Geht nicht. Hinein - wunderbaren Speck oder Würste kaufen - heraus. Und obacht auf den Kopf!

Umdrehen? Geht nicht. Hinein – wunderbaren Speck oder Würste kaufen – heraus. Und obacht auf den Kopf!

Da wär‘ einmal Innsbrucks kleinster Laden. Auf exakt 5,77 m2 finde ich im Speckladele in der Stiftgasse bei Thomas Lackner Speck, Würste, Käse und Bauernbrot. Die Geschäftsgröße ist umgekehrt proportional zu Qualität und Angebot. Als Käufer hat man sich vor dem Betreten des ‚Geschäftsraumes‘ erst einmal zu verbeugen. So niedrig ist die Tür. Aber dann steht man eigentlich inmitten geräucherter Würste, Speck und Käse. Um nicht zu sagen: inmitten einer Räucherkammer…

Der Großteil der Speckwaren – selbstverständlich nach alter Sitte gesurt und hausgeräuchert – stammt aus dem Alpbachtal. Das Bauernbrot wird einmal wöchentlich im Höfemuseum Kramsach nach alter Sitte in Steinöfen gebacken. Wo bitte gibt‘s das noch? Das Speckladele (über dem Geschäft steht lustigerweise Speckschwemme) ist eine echte Institution in der Altstadt. Bekannt und berühmt geworden mit den berühmten ,Miniteufeln‘, einer Art Innsbrucker Ur-Cabanossi. Unerreicht ist das Ladele auch mit seinen Wild-Würsten von der Gams, vom Reh und vom Hirschen. Mein absoluter Wurstfavorit: die zart geräucherten, überaus geschmackvollen Wollschwein-

Thomas Lackner in seinem Speckladele. Hier gibt's den besten Speck Innsbrucks.

Thomas Lackner in seinem Speckladele. Hier gibt’s den besten Speck Innsbrucks.

Würste. Selbst die Franzosen würden mit der Zunge schnalzen.

Ich habe natürlich noch einen weiteren Tipp: Reinweißen Speck vom Speckladele. Für Speckknödel absolut empfehlenswert. Und – wie das gesamte Sortiment dieses geruchlich eigentlich an eine Selchkammer erinnernde Ladele – unnachahmlich und unerreicht im Geschmack. Vom Bauernbrot möchte ich nun erst gar nicht anfangen. Diese Qualität gibt’s nur noch ganz selten. Deshalb sollte man es im Ladele auch vorbestellen.

Perle 2: Wunderbare Liköre und Edelbrände

Seit einigen Jahren ist aus der Stiftgasse überhaupt eine Mini-Gourmetgasse geworden. Denn neben dem einzigartigen Speckladele hat sich der Oberländer Beeren-Papst Stefan Mair angesiedelt. Er setzt die Aufbauarbeit seines Vaters Martin Mair fort und gilt heute schon als die heißeste Adresse für spezielle Schnäpse und Liköre in der Hauptstadt der Alpen.

 

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Ein Spezialitäten-Ladele der Sonderklasse: Mair’s Liköre, Edelbrände und Tiroler Spezialitäten

Habe ich die Weine junger, aufstrebender österreichischer Winzer schon erwähnt? Die Mair’sche Vinothek gehört deshalb zu den heißen Tipps in der Innsbrucker Altstadt. Mair ist bekannt für exzellente Qualität. Und dafür, dass seine Liköre und Schnäpse aus Früchten erzeugt werden, die von seiner Familie im Tiroler Oberland mit viel Wissen und Liebe gezogen worden sind. Wie etwa die Berg-Marille, deren verschieden Verarbeitungsformen im Geschäft erhältlich sind. Aber es ist nicht nur Alkohol, den Mair anbietet. Besonders empfehlenswert sind die verschiedenen Marmeladen, Gelees und Säfte. Mein absoluter Favorit: Quittengelee, wie es eigentlich nur noch Großmütter

Neue Edelbrände wie Grappa - Müller Thurgau (aus Tiroler Trauben), Brombeeredelbrand, Erdbeeredelbrand oder Stachelbeeredelbrand sind für Stefan Mair schon selbstverständlich.

Neue Edelbrände wie Grappa – Müller Thurgau (aus Tiroler Trauben), Brombeeredelbrand, Erdbeeredelbrand oder Stachelbeeredelbrand sind für Stefan Mair schon selbstverständlich.

imstande sind herzustellen. Dass Stefan auch Produkte anderer Hersteller in Österreich führt, ist nur logisch. Wie etwa den Defregger Senf, einem Gourmet-Senf der Sonderklasse. Aber: Wer sich der Qualität verpflichtet fühlt hat eben kein Problem damit, auch anderen Qualitätsprodukten den Respekt zu erweisen. Übrigens: Heuer haben sich das Speckladele und Mair’s Spezialitätenladen wieder zusammen getan. Wer in aller Ruhe und inmitten eines unverwechselbaren Ambientes besten Speck, Käse und vorzüglichen Wein genießen will kann es in der Stiftgasse tun. Tische und Sitzplätze sind vorhanden.

  • Christian Tegischer

    Kann ich nur bestätigen! Diese 2 Läden sollten man mindestens einmal besucht haben. Ideal im Sommer – im Schatten auf ein frisches Glas Weißwein und eine kleine Speckjause am Stehtisch! Perfekt! Komme gerne wieder!

  • Ich kenne diese zwei Ladelen nicht wirklich.
    aber es fehlt zumindest ein shop http://www.feinheiten-innsbruck.at/. Dort werden nicht nur Tiroler Produkte verkauft sondern generell feine Sachen von tollen Designern (Ich geb’s zu ich kenne dieses Ladele erst seit meine Lebensgefährtin und eine nette Freundin dort ausstellen. Link spare ich hier). Vielleicht kann man das Porträt ja noch nachholen (würde der jungen Dame sicher helfen)